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Aterro do Flamengo Rio de Janeiro: sechzig Jahre Landschaft, Erinnerung und Himmel unter freiem Licht

  • 25. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Der Aterro do Flamengo feiert sechzig Jahre und bleibt einer der eindrucksvollsten öffentlichen Räume in Rio de Janeiro. Entstanden in den 1960er Jahren, geplant von der Stadtgestalterin Lota de Macedo Soares und geprägt durch das Landschaftsdesign von Roberto Burle Marx, verwandelt der Park eine riesige Landaufschüttung in einen lebendigen Garten. Die Kurven, Farben und Pflanzen erzählen bis heute davon, wie eng der Rio mit dem Meer und der tropischen Natur verbunden ist.


Aterro do Flamengo Rio de Janeiro
Der Aterro do Flamengo wird sechzig und zählt zu den größten Open-Air-Landschaftsprojekten der Welt.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Aterro zu einem Ort, an dem das tägliche Leben pulsiert. Jogger am frühen Morgen, Familien beim Picknick, Radfahrer entlang der Küste und Reisende, die den perfekten Blick auf den Zuckerhut einfangen. Zwischen dem Museum für Moderne Kunst, dem Monumento aos Pracinhas und der Marina da Glória entsteht eine Landschaft, die Geschichte, Natur und das entspannte Lebensgefühl der Cariocas miteinander verbindet.


Zum sechzigsten Geburtstag schenkt die Stadt dem Park eine neue landschaftliche Restaurierung. Mehr Grünflächen, neue Wege und modernisierte Bereiche sollen den ursprünglichen Charakter bewahren und gleichzeitig zeigen, dass der Aterro ein lebendiges Organ ist, das weiterwächst. Wer den Park pflegt, pflegt auch ein Stück Identität der Stadt.



Für Menschen, die Rio zum ersten Mal besuchen, wird der Aterro zu einer sanften Einladung, die Stadt mit ruhigem Blick zu entdecken. Für Cariocas ist er ein Ort voller Erinnerungen. Für alle ist er der Beweis, dass Rio weit mehr bietet als Strände. Der Aterro öffnet sich wie ein stilles Buch voller Licht, Gärten und unvergesslicher Horizonte.



Die Blüte der Talipot-Palmen: ein Naturschauspiel, das ein halbes Jahrhundert braucht


Zwischen all den Überraschungen im Aterro do Flamengo gibt es eine, die besonders selten ist. Die Talipot-Palmen der Art Corypha umbraculifera, die Burle Marx in den 1960er Jahren pflanzte, haben sich still und langsam entwickelt, bis die Natur sich nun offenbart. Diese Palmen blühen nur ein einziges Mal im Leben. Meist geschieht das zwischen vierzig und siebzig Jahren. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert, öffnen einige von ihnen zum ersten Mal ihre riesigen Blütenstände. Ein Moment, der kaum wiederkehrt und die Besucher in Staunen versetzt.


Nach dieser mächtigen, fast skulpturalen Blüte beginnt der natürliche Abschied der Palme. Doch statt Traurigkeit schwingt darin ein Gefühl von Zeit und Wandel. Genau hier zeigt sich die Idee von Burle Marx. Ein Garten ist kein statisches Objekt. Er lebt, verändert sich und überrascht. Die Talipot-Blüte macht sichtbar, dass die Landschaft im Aterro ein großes, atmendes Kunstwerk ist, das den Rhythmus des Lebens in sich trägt.


Aterro do Flamengo Rio de Janeiro
Die Talipot-Palmen im Aterro do Flamengo blühen zum ersten Mal, fünfzig Jahre nachdem sie gepflanzt wurden.



Wer war Roberto Burle Marx


Aterro do Flamengo Rio de Janeiro
Burle Marx

Roberto Burle Marx wurde am 4. August 1909 geboren und starb am 4. Juni 1994. Er gilt als einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 20. Jahrhunderts und war ein vielseitiger Künstler, der Botanik, Malerei, Musik und Design miteinander verband. Er setzte früh auf brasilianische Pflanzenarten und schuf fließende Kompositionen, die Stadt und Natur miteinander verschmelzen lassen.


Im Aterro do Flamengo realisierte er eines seiner berühmtesten Projekte, gemeinsam mit Lota de Macedo Soares und Affonso Eduardo Reidy. Die Gärten, Schatten und tropischen Formen des Parks sind Ausdruck eines lebendigen Werks, das sich auch sechzig Jahre später ständig neu erfindet.








 
 
 

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